Gesundheitsindikatoren im Weltvergleich
Die Bildfolge zeigt fünf Kennzahlen zu Gesundheitsausgaben, Personal, Infrastruktur und Ergebnis – je ein Bild pro Indikator. Jedes Bild verbindet eine Rangliste der Länder mit dem hervorgehobenen Wert und Rang Deutschlands sowie einer Verlaufskurve. Alle Zahlen stammen aus den World Development Indicators der Weltbank.
| Health spending (% of GDP) | 9 | Deutschland gibt 12,27 % des BIP für Gesundheit aus – Rang 9 von 193 |
| Health spending per person | 10 | 6.849,26 US-Dollar je Kopf bedeuten für Deutschland Rang 10 von 193 |
| Physicians per 1,000 people | 15 | 4,534 Ärztinnen und Ärzte je 1.000 Einwohner – Rang 15 von 208 |
| Infant mortality rate | 28 | 3,1 Säuglingstodesfälle je 1.000 Lebendgeburten – Rang 28 von 196 |
| Hospital beds per 1,000 people | 11 | 7,55 Krankenhausbetten je 1.000 Einwohner – Rang 11 von 201 |
Lesen Sie zuerst den Wert und den Rang Deutschlands, dann die Verlaufskurve für die Richtung der Veränderung. Werte und Ränge dürfen nicht zwischen den Bildern verglichen werden, da Einheiten, Bezugsjahre und die Zahl der erfassten Länder (193 bis 208) unterschiedlich sind.
Das Wichtigste in Kürze
Deutschland gehört bei fast allen hier betrachteten Gesundheitsindikatoren zur oberen Gruppe, allerdings unterschiedlich deutlich. Am auffälligsten sind die Gesundheitsausgaben: 12,27 % des Bruttoinlandsprodukts bedeuten Rang 9 von 193 erfassten Ländern, während der Weltwert bei 10,02 % liegt. Auch bei den Ärztinnen und Ärzten (4,534 je 1.000 Einwohner, Rang 15 von 208) und bei den Krankenhausbetten (7,55 je 1.000 Einwohner, Rang 11 von 201) steht Deutschland weit oben; der Weltwert liegt hier bei 1,86 beziehungsweise 3,29. Beim Ergebnisindikator Säuglingssterblichkeit fällt die Platzierung dagegen moderater aus: 3,1 je 1.000 Lebendgeburten reichen für Rang 28 von 196 – klar besser als der Weltwert von 27,7, aber hinter Nachbarn wie Luxemburg (1,9) oder Tschechien (2,1). Ein hoher Mitteleinsatz und eine dichte Infrastruktur gehen hier also mit einer guten, aber nicht mit der weltweit besten Platzierung beim Ergebnismaß einher.
*Quelle: World Bank, World Development Indicators – SH.XPD.CHEX.GD.ZS, SH.MED.PHYS.ZS, SH.MED.BEDS.ZS, SP.DYN.IMRT.IN.*
Der aktuelle Wert des zentralen Indikators
Der Leitindikator dieser Ausgabe sind die laufenden Gesundheitsausgaben gemessen am Bruttoinlandsprodukt. Für Deutschland weist die Datenreihe zuletzt (2024) 12,2666 % aus – Rang 9 unter 193 Ländern. Der ausgewiesene Weltwert beträgt 10,0163 %, Deutschland liegt damit rund 2,25 Prozentpunkte darüber. Innerhalb der Spitzengruppe ist Deutschland das Land mit dem höchsten Wert unter den großen westeuropäischen Volkswirtschaften, bleibt aber deutlich hinter den USA (16,6941 %) zurück. Die Position in den obersten 5 % der Rangliste beschreibt zunächst nur den Anteil am Wirtschaftsleistungsvolumen, nicht die Höhe der Ausgaben je Person.
*Quelle: World Bank, World Development Indicators – Current health expenditure (% of GDP), SH.XPD.CHEX.GD.ZS.*
Spitzengruppe und Schlusslicht
An der Spitze der Ausgabenquote stehen Tuvalu mit 27,0897 %, Nauru mit 18,2108 %, die USA mit 16,6941 %, Afghanistan mit 14,9858 % und die Marshallinseln mit 13,4053 %. Am unteren Ende finden sich Laos (1,3265 %), Bangladesch (2,1701 %), Brunei Darussalam (2,2286 %), Dschibuti (2,2832 %) und Guyana (2,4667 %). Die Liste mischt also sehr unterschiedliche Ländertypen: Neben einkommensstarken Staaten wie den USA, Österreich (11,8326 %) oder der Schweiz (11,691 %) stehen kleine Inselstaaten und Länder mit hohem Anteil externer Finanzierung wie Liberia (13,0057 %) oder Südsudan (11,61 %) weit oben, während mit Katar (2,5236 %) und Brunei auch einkommensstarke Staaten unten auftauchen. Das liegt in der Natur einer Quote: Ein kleiner oder schrumpfender Nenner hebt den Wert, ein sehr großer senkt ihn. Deutschland liegt auf Rang 9 klar im oberen Feld, jedoch mit sichtbarem Abstand zu den ersten Plätzen. Ein anderes Bild ergibt sich bei den Krankenhausbetten: Dort führen Monaco (21,99), die Amerikanischen Jungferninseln (18,68) und Grönland (14,3534), Deutschland folgt mit 7,55 auf Rang 11, während Tschad (0,15) und Burkina Faso (0,2) das Feld beschließen.
*Quelle: World Bank, World Development Indicators – SH.XPD.CHEX.GD.ZS und SH.MED.BEDS.ZS.*
Die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre
Die deutsche Ausgabenquote lag 2013 bei 10,7432 % und stieg bis 2019 langsam auf 11,4281 %. Danach folgte ein Sprung auf 12,4678 % (2020) und 12,724 % (2021), anschließend ein Rückgang auf 12,4471 % (2022) und 11,7443 % (2023); für 2024 werden wieder 12,2666 % ausgewiesen. Die Ausgaben je Kopf werden für 2013 mit 5.080,62 US-Dollar und für 2024 mit 6.849,26 US-Dollar angegeben, mit einem Zwischentief von 4.605,59 US-Dollar (2015) – diese Reihe ist in laufenden US-Dollar berechnet und enthält damit Wechselkurseffekte, weshalb hier nur die Werte selbst wiedergegeben werden. Bei der Ärztedichte zeigt die Reihe von 2011 bis 2022 einen durchgehenden Anstieg von 3,849 auf 4,534 je 1.000 Einwohner (+0,685). Gegenläufig verlaufen die Krankenhausbetten: von 8,29 (2012) auf 7,55 (2023), ein Rückgang um 0,74 Betten je 1.000 Einwohner in zwölf Jahren ohne Trendumkehr. Die Säuglingssterblichkeit sank von 3,3 (2013 bis 2016) auf 3,2 (2017, 2018) und liegt seit 2019 unverändert bei 3,1.
*Quelle: World Bank, World Development Indicators – SH.XPD.CHEX.GD.ZS, SH.XPD.CHEX.PC.CD, SH.MED.PHYS.ZS, SH.MED.BEDS.ZS, SP.DYN.IMRT.IN.*
Vergleich mit ähnlichen Ländern
Gemessen am BIP-Anteil liegt Deutschland mit 12,2666 % vor Österreich (11,8326 %), der Schweiz (11,691 %), Frankreich (11,5353 %), dem Vereinigten Königreich (11,1334 %) und Japan (10,7398 %); die USA liegen mit 16,6941 % um 4,43 Prozentpunkte darüber, Südkorea (8,6766 %) und China (5,9439 %) deutlich darunter. Je Kopf erreicht Deutschland 6.849,26 US-Dollar (Rang 10) und liegt damit dicht bei den Niederlanden (6.845,14) und Dänemark (6.745,06), aber bei rund der Hälfte der USA (13.473,19) und deutlich unter der Schweiz (11.783,67); Frankreich (5.327,43), das Vereinigte Königreich (5.860,24), Japan (3.638,19) und Südkorea (3.136,79) liegen darunter. Bei den Ärztinnen und Ärzten übertrifft Deutschland mit 4,534 die Werte des Vereinigten Königreichs (3,301), Frankreichs (3,281), der USA (3,681), Chinas (3,112) und Japans (2,649), bleibt jedoch hinter Österreich (5,515) und Norwegen (4,975). Bei den Betten steht Deutschland mit 7,55 zwischen Bulgarien (8,2) und Rumänien (7,23), über Frankreich (5,65) und China (5,63) sowie rund beim Dreifachen der USA (2,68) und des Vereinigten Königreichs (2,42) – Südkorea (12,81) und Japan (12,59) liegen weit darüber. Bei der Säuglingssterblichkeit liegt Deutschland mit 3,1 zwischen Südkorea (2,3) und Frankreich (3,4), vor dem Vereinigten Königreich und China (je 4,1) sowie den USA (5,5) und hinter Japan (1,8).
*Quelle: World Bank, World Development Indicators – SH.XPD.CHEX.GD.ZS, SH.XPD.CHEX.PC.CD, SH.MED.PHYS.ZS, SH.MED.BEDS.ZS, SP.DYN.IMRT.IN.*
Wie diese Zahlen zu lesen sind
Die Ausgabenquote setzt die laufenden Gesundheitsausgaben ins Verhältnis zur Wirtschaftsleistung; sie sagt nichts über das absolute Ausgabenniveau und fällt tendenziell höher aus, wenn der Nenner klein ist oder ein erheblicher Teil der Mittel von außen kommt. Die Pro-Kopf-Ausgaben sind in laufenden US-Dollar ausgewiesen, sodass Wechselkursbewegungen sowohl den Ländervergleich als auch den Zeitverlauf beeinflussen können; Veränderungen in nationaler Währung müssen damit nicht übereinstimmen. Bei den Krankenhausbetten unterscheidet sich zwischen den Ländern, ob Langzeitpflege- und psychiatrische Betten mitgezählt werden, und eine höhere Bettenzahl lässt für sich genommen keinen Schluss auf Versorgungsqualität zu. Ähnliches gilt für die Ärztedichte, wo Abgrenzung (etwa praktizierende gegenüber registrierten Ärztinnen und Ärzten) und Erhebungsjahr variieren. Die Zahl der erfassten Länder reicht je nach Indikator von 193 bis 208, die zuletzt ausgewiesenen Jahre von 2022 bis 2024; Ränge sollten deshalb nicht direkt zwischen Indikatoren verglichen werden. In den Ranglisten erscheinen zudem Einheiten wie die Amerikanischen Jungferninseln, Grönland oder CHI, die keine eigenständigen Staaten sind. Die Daten werden in der Regel jährlich aktualisiert und rückwirkend revidiert, weshalb kleine Unterschiede zwischen Ländern oder Jahren zurückhaltend interpretiert werden sollten. Ein Zusammenhang zwischen Ausgabenhöhe, Personal- oder Bettendichte und Gesundheitsergebnissen lässt sich aus diesen Daten nicht überprüfen.
*Quelle: World Bank, World Development Indicators – Metadaten zu SH.XPD.CHEX.GD.ZS, SH.XPD.CHEX.PC.CD, SH.MED.PHYS.ZS, SH.MED.BEDS.ZS, SP.DYN.IMRT.IN.*
Gesundheitsausgaben (% des BIP) auf der Karte und in Diagrammen
| Rang | Land / Gebiet | % |
|---|---|---|
| 1 | Tuvalu | 27.09 |
| 2 | Nauru | 18.21 |
| 3 | USA | 16.69 |
| 4 | Afghanistan | 14.99 |
| 5 | Marshallinseln | 13.41 |
| 7 | Mikronesien | 12.88 |
| 8 | Lesotho | 12.61 |
| 9 | Deutschland | 12.27 |
| 10 | Österreich | 11.83 |
| 11 | Schweiz | 11.69 |
| 191 | Brunei Darussalam | 2.23 |
| 192 | Bangladesch | 2.17 |
| 193 | Laos | 1.33 |
Oben stehen Tuvalu (27,0897 %), Nauru (18,2108 %) und die USA (16,6941 %), unten Laos (1,3265 %) und Bangladesch (2,1701 %). Deutschland liegt auf Rang 9 knapp vor Österreich (11,8326 %) und der Schweiz (11,691 %).
Die Balken zeigen, dass kleine Inselstaaten und einkommensstarke Länder oben gemischt auftreten. Die Kurve steigt von 10,7432 % (2013) auf 12,724 % (2021), fällt auf 11,7443 % (2023) und liegt zuletzt bei 12,2666 %.
Länder vergleichen
Gesundheitsausgaben je Einwohner
| Rang | Land / Gebiet | US$ |
|---|---|---|
| 1 | USA | 13,473 |
| 2 | Schweiz | 11,784 |
| 3 | Liechtenstein | 11,495 |
| 4 | Norwegen | 8,296 |
| 5 | Luxemburg | 8,170 |
| 8 | Irland | 7,395 |
| 9 | Australien | 6,980 |
| 10 | Deutschland | 6,849 |
| 11 | Niederlande | 6,845 |
| 12 | Dänemark | 6,745 |
| 191 | Somalia | 22.37 |
| 192 | Sudan | 21.08 |
| 193 | Madagaskar | 17.44 |
An der Spitze stehen die USA (13.473,19), die Schweiz (11.783,67) und Liechtenstein (11.494,96), am Ende Madagaskar (17,44) und Sudan (21,08). Deutschland liegt zwischen Australien (6.980,39) und den Niederlanden (6.845,14).
Der Abstand zwischen den Enden der Rangliste ist enorm – vom höchsten bis zum niedrigsten Wert liegen mehrere Hundertfache. Die Kurve verläuft von 5.080,62 (2013) über ein Tief von 4.605,59 (2015) bis 6.849,26 (2024).
Ärzte je 1.000 Einwohner
| Rang | Land / Gebiet | je 1.000 |
|---|---|---|
| 1 | Kuba | 9.54 |
| 2 | Monaco | 8.61 |
| 3 | Seychellen | 6.6 |
| 4 | Griechenland | 6.58 |
| 5 | Portugal | 5.85 |
| 13 | Uruguay | 4.67 |
| 14 | San Marino | 4.63 |
| 15 | Deutschland | 4.53 |
| 16 | Malta | 4.51 |
| 17 | Dänemark | 4.5 |
| 206 | Somalia | 0.05 |
| 207 | Südsudan | 0.04 |
| 208 | Niger | 0.04 |
Vorn liegen Kuba (9,542), Monaco (8,609) und die Seychellen (6,598), am Ende Niger (0,038) und Südsudan (0,041). Deutschland folgt hinter Österreich (5,515) und Norwegen (4,975), aber vor den USA (3,681).
Die Balken zeigen eine breite Streuung von unter 0,1 bis über 9 je 1.000 Einwohner. Die Kurve steigt zwischen 2011 und 2022 durchgehend von 3,849 auf 4,534.
Säuglingssterblichkeit
| Rang | Land / Gebiet | je 1.000 |
|---|---|---|
| 1 | San Marino | 1.2 |
| 2 | Estland | 1.5 |
| 3 | Belarus | 1.8 |
| 4 | Japan | 1.8 |
| 5 | Slowenien | 1.8 |
| 26 | Australien | 3.1 |
| 27 | Belgien | 3.1 |
| 28 | Deutschland | 3.1 |
| 29 | Ungarn | 3.1 |
| 30 | Griechenland | 3.2 |
| 194 | Niger | 65.6 |
| 195 | Nigeria | 69.8 |
| 196 | Südsudan | 71.9 |
Die niedrigsten Werte weisen San Marino (1,2), Estland (1,5) sowie Belarus, Japan und Slowenien (je 1,8) aus, die höchsten Südsudan (71,9) und Nigeria (69,8). Deutschland liegt vor dem Vereinigten Königreich (4,1) und den USA (5,5), hinter Südkorea (2,3).
Zwischen Spitzengruppe und Schlussfeld liegt mehr als das Fünfzigfache. Die deutsche Kurve sinkt von 3,3 (2013) auf 3,2 (2017) und verharrt seit 2019 bei 3,1.
Krankenhausbetten je 1.000 Einwohner
| Rang | Land / Gebiet | je 1.000 |
|---|---|---|
| 1 | Monaco | 21.99 |
| 2 | Amerikanische Jungferninseln | 18.68 |
| 3 | Grönland | 14.35 |
| 4 | Südkorea | 12.81 |
| 5 | Nordkorea | 12.8 |
| 9 | Mongolei | 8.58 |
| 10 | Bulgarien | 8.2 |
| 11 | Deutschland | 7.55 |
| 12 | Rumänien | 7.23 |
| 13 | Russland | 6.81 |
| 199 | Mali | 0.25 |
| 200 | Burkina Faso | 0.2 |
| 201 | Tschad | 0.15 |
Oben stehen Monaco (21,99), die Amerikanischen Jungferninseln (18,68) und Grönland (14,3534), unten Tschad (0,15) und Burkina Faso (0,2). Deutschland liegt zwischen Bulgarien (8,2) und Rumänien (7,23).
Im Balkenbild sind die Unterschiede innerhalb Europas groß: 7,55 in Deutschland gegenüber 5,65 in Frankreich und 2,42 im Vereinigten Königreich. Die Kurve fällt gleichmäßig von 8,29 (2012) auf 7,55 (2023).